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Unter '''Bankrott''' (ital. ''banca rotta'', ?zerschlagener Tisch?) versteht man die Insolvenz und insbesondere die '''Zahlungsunfähigkeit''' eines Schuldners (umgangssprachliche auch ''Konkurs'' oder ''Pleite''). In Deutschland wird mit diesem Begriff strafrechtlich eine Insolvenzstraftat bezeichnet.

Allgemeines

Italienische Geldwechsler der Renaissance haben auf Tischen (das italienische ''banco'' kann ein Ladentisch oder eine Werkbank sein) ihre Dienste angeboten. Konnte ein Geldwechsler seine vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllen, wurde sein Tisch zerstört. Es ging also bereits früher in Italien darum, dass finanziell angeschlagene Schuldner ihre Existenz gefährdeten. Heute umfasst in Italien der Begriff ein die Gläubiger schädigendes Verhalten. Der Bankrott ist seit März 1942 im italienischen ?Legge fallimentare? (Art. 216, 217) geregelt.

Deutschland

Im Jahre 1457 scheint der Begriff erstmals in : ''Entwurf eines peinlichen Gesetzbuchs für die kurpfalzbaierischen Staaten''. 1802, S.?195.</ref> Das war der Vorläufer des heutigen betrügerischen Bankrotts. Noch 1830 galt, dass jemand betrügerischen Bankrott beging, wenn er zahlen konnte, aber nicht wollte.

Strafrecht

Der Begriff ''Bankrott'' findet sich heute nur im deutschen Strafrecht ( '' behandelt.

Danach wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer bei ''Überschuldung'' oder bei ''drohender oder eingetretener Zahlungsunfähigkeit''
  1. Bestandteile seines Vermögens, die im Falle der Eröffnung des Insolvenzverfahrens zur Insolvenzmasse gehören, beiseiteschafft oder verheimlicht oder in einer den Anforderungen einer ordnungsgemäßen Wirtschaft widersprechenden Weise zerstört, beschädigt oder unbrauchbar macht,
  2. in einer den Anforderungen einer ordnungsgemäßen Wirtschaft widersprechenden Weise Verlust- oder Spekulationsgeschäfte oder Differenzgeschäfte mit Waren oder Wertpapieren eingeht oder durch unwirtschaftliche Ausgaben, Spiel oder Wette übermäßige Beträge verbraucht oder schuldig wird,
  3. Waren oder Wertpapiere auf Kredit beschafft und sie oder die aus diesen Waren hergestellten Sachen erheblich unter ihrem Wert in einer den Anforderungen einer ordnungsgemäßen Wirtschaft widersprechenden Weise veräußert oder sonst abgibt,
  4. Rechte anderer vortäuscht oder erdichtete Rechte anerkennt,
  5. Handelsbücher, zu deren Führung er gesetzlich verpflichtet ist, zu führen unterlässt oder so führt oder verändert, dass die Übersicht über seinen Vermögensstand erschwert wird,
  6. Handelsbücher oder sonstige Unterlagen, zu deren Aufbewahrung ein Kaufmann nach Handelsrecht verpflichtet ist, vor Ablauf der für Buchführungspflichtige bestehenden Aufbewahrungsfristen beiseiteschafft, verheimlicht, zerstört oder beschädigt und dadurch die Übersicht über seinen Vermögensstand erschwert,
  7. entgegen dem Handelsrecht
    1. Bilanzen so aufstellt, dass die Übersicht über seinen Vermögensstand erschwert wird, oder
    2. es unterlässt, die Bilanz seines Vermögens oder das Inventar in der vorgeschriebenen Zeit aufzustellen, oder
  8. in einer anderen, den Anforderungen einer ordnungsgemäßen Wirtschaft grob widersprechenden Weise seinen Vermögensstand verringert oder seine wirklichen geschäftlichen Verhältnisse verheimlicht oder verschleiert.

Der Versuch dieses Vergehens ist ebenfalls strafbar. Die Tat setzt grundsätzlich Vorsatz voraus, Eventualvorsatz genügt. Doch auch bestimmte Fälle der fahrlässigen Handlungen und der fahrlässigen Erfolgsverursachung sind nach Abs.?4 und?5 StGB strafbar, allerdings mit geringerer Strafe bedroht. Objektive Bedingung der Strafbarkeit ist, dass das Insolvenzverfahren eröffnet oder die Eröffnung mangels Masse abgelehnt worden ist oder der Täter seine Zahlungen eingestellt hat.

Neben dem Bankrott kommt in Deutschland als weitere Straftat im Zusammenhang mit Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung von Unternehmen auch die Insolvenzverschleppung in Betracht.

Zivilrecht

Der Begriff der Zahlungsunfähigkeit ist in Abs.?2 InsO definiert. Danach ist der Schuldner zahlungsunfähig, wenn er nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. Entscheidend kommt es dabei auf den Zeitpunkt der Fälligkeit der jeweiligen Forderungen an. Die bereits eingetretene Fälligkeit kann (nur) durch Stundungs- oder Ratenzahlungsvereinbarungen beseitigt werden. Von der Zahlungsunfähigkeit abzugrenzen ist die bloße Zahlungsstockung. Eine Zahlungsstockung liegt vor, wenn kurzfristig und behebbar Liquidität fehlt, aber innerhalb einer Drei-Wochen-Frist mit der Wiederherstellung der Zahlungsfähigkeit hinreichend sicher zu rechnen ist.

Die Zahlungsunfähigkeit kann nachgewiesen werden durch eine stichtagsbezogene Liquiditätsbilanz. Sie kann aber auch vermutet werden, wenn bestimmte Anhaltspunkte vorliegen, z.?B. durch die ausdrückliche Erklärung, nicht zahlen zu können, gescheiterte Vollstreckungsversuche oder die Nichtzahlung von Löhnen, Gehältern oder Sozialversicherungsabgaben. In diesem Falle obliegt es den Handelnden, die Vermutung der Zahlungsunfähigkeit ihrerseits zu widerlegen.

Österreich und Liechtenstein

Die ''Krida'' (in Liechtenstein ''Konkurs'') ist sowohl ein Straftatbestand im österreichischen als auch dem liechtensteinischen Strafgesetzbuch (StGB). Er entspricht in etwa dem deutschen ''Bankrott'' im Strafrecht. Beide unterscheiden zwischen ''betrügerischer Krida'' (bzw. ''betrügerischem Konkurs'') und ''fahrlässiger Krida'' (bzw. ''fahrlässigem Konkurs'').

Nach §?156 StGB (Österreich, Liechtenstein) wird wegen betrügerischer Krida (Liechtenstein: Betrügerischer Konkurs) mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft, wer die Befriedigung eines seiner Gläubiger durch die Verheimlichung oder Verringerung seines Vermögens vereitelt oder schmälert. Für die fahrlässige Krida wurde §?159 StGB inzwischen (2000 bzw. 2007) geändert auf ?Grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen?, d.?h. der strafrechtliche Tatbestand wurde gegenüber vorherigen Fassungen erheblich eingegrenzt.

In Österreich regelt zivilrechtlich die österreichische Insolvenzordnung das Verfahren.

Schweiz

In der Schweiz gilt zivilrechtlich seit 1. Januar 1892 (1. Fassung aus April 1889) ein ? mehrfach geändertes ? ''Gesetz über Schuldbetreibungs- und Konkursrecht''.

Sonderfall Staatsbankrott

Der Begriff ''Staatsbankrott'' ist in Deutschland kein war ein Staatsbankrott das ?Missverhältnis zwischen dem Leistungsvermögen und den Passiven?.

Staatsbankrott war und ist international ein in der Realität häufig anzutreffender Vorgang. Staatliche Zahlungsunfähigkeit ist in den letzten 200 Jahren in rund 90 Fällen erklärt worden. Auch in Europa haben sich Staaten ? einige gar mehrfach ? außerstande erklärt, ihre Verbindlichkeiten zu bedienen. Der , S. 110 f.</ref>

Andere Staaten

  • In Großbritannien gibt es den ''Insolvency Act'' aus 1986, der zwischen Kapitalgesellschaften (?insolvency?) und Personengesellschaften sowie natürlichen Personen (?bankruptcy?) unterscheidet.
  • In den USA wird gesetzestechnisch immer von ?bankruptcy? gesprochen. Der ''Bankruptcy Act of 1898'' (?Nelson Act? vom 1. Juli 1898, ch. 541, 30 Stat. 544) war das erste Gesetz, das das Konkursverfahren in den USA regelte. Es wurde durch den ''Bankruptcy Reform Act of 1978'' (95?598, 92 Stat. 2549 vom 6. November 1978) ersetzt.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise